ZACK AND MIRI MAKE
A PORNO Zack and Miri Make a Porno (2008)
Herstellungsland:
USA
Genre: Komödie
Laufzeit: 102 Minuten
FSK: ab 16 Jahren Verleih: Senator Kinostart (D): 13.08.2009
Kinostart (USA): 31.10.2008
Blu-ray Verkauf (D): -
DVD Verkauf (D): -
Regie: Kevin Smith
Drehbuch: Kevin Smith Kamera: David Klein
Darsteller:
Seth Rogen, Elizabeth Banks, Craig Robinson, Traci Lords, Jason Mewes, Katie Morgan, Jennifer Schwalbach Smith, Jeff Anderson, Kenny Hotz, Justin Long ... Musik: James L. Venable
Zack und Miri sind seit sie denken können die besten Freunde, und wohnen auch gemeinsam in einer WG. Da die beiden ständig pleite sind und ihnen bald Strom und Wasser abgestellt werden, kommen sie auf eine grandiose Geschätsidee: Sie drehen ihren eigenen Pornofilm! Kameramann, Produzent und Schauspieler sind schnell gefunden. Auch Zack und Miri bekommen ihre eigene Sexszene, was die eigentlich platonische Freundschaft völlig durcheinander bringt ...
KRITIK: Judd Apatow („Beim ersten Mal“, „Wie das Leben so spielt“) hat die schmutzige und trotzdem nicht niveaulose Komödie salonfähig gemacht. Auch „Zack and Miri Make a Porno“ schlägt in die selbe Kerbe und hat sogar Apatows Lieblingscomedian Seth Rogen am Start. Kultregisseur Kevin Smith („Dogma“, „Clerks – Die Ladenhüter“) bedient sich einiger Stilelemente Apatows, versucht aber noch eine Stufe provokanter zu sein, was zwar in den USA für einige Entrüstung sorgte, die deutsche Filmgemeinde aber eher kalt lässt. Das Erstaunliche an dem Film ist eher die Tatsache, dass sich hinter der Maske des dreckigen Sexfilms und der vielen Kraftausdrücke, tatsächlich eine romantische Komödie versteckt. Liebe und Pornofilmästhetik zu vermischen ist wirklich keine leichte Aufgabe, doch Kevin Smith beweist tatsächlich das es geht. Und doch bleibt der Film insgesamt eher eine leichte Enttäuschung, die das Potenzial nicht ausschöpft, was die durchaus originelle Grundidee mitsichbringt.
Auch wenn in dem Film bei fast jedem Gespräch das Wort „ficken“ vorkommt und man die ein oder andere Nacktszene geboten bekommt, bietet der „Zack and Miri Make a Porno“ zu wenig um außerhalb der prüden USA für Entrüstung zu sorgen. Da leider die Qualität der Witze schwankt, fällt das umso mehr auf. Manche Dialoge sind herrlich abgedreht; die amateurhaften Pornoaufnahmen herrlich witzig. Doch genauso sehr verpuffen einige der vermeintlich lustigen Sprüche; und obwohl man zum Glück von Ekelszenen verschont bleibt, musste uns Kevin Smith kurz vor dem Finale noch eine absolut unnötige Gross-Out-Szene präsentieren, die das Niveau dann noch herunterzieht. Zudem krankt der Film an seiner Vorhersehbarkeit; Große Überraschungen bleiben leider aus. Auch wenn die Idee einfallsreich ist, sich den Elementen der romantischen Komödie zu bedienen, so hätte Kevin Smith nicht gleich den typischen Aufbau samt Streit und Happy End mit übernehmen müssen. Das hat man in der Form schon unzählige Male gesehen, wenn auch nicht im Pornofilm-Milieu.
Doch ist der Film trotzalledem auf keinen Fall ein Totalausfall. Die Stärke der Apatow-Produktionen sind die sympathischen Charaktere, und auch Kevin Smith hat wirklich tolle Figuren geschaffen. Allen voran natürlich die Protagonisten Zack und Miri, gewohnt witzig und charmant gespielt von Seth Rogen („Shopping-Center King – Hier gilt mein Gesetz“, „Superbad“) und Elizabeth Banks („Vorbilder?!“, „Der Fluch der 2 Schwestern“), die nicht zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach. Rogen darf wieder den humorvollen Loser spielen und Banks ist wie immer einfach bezaubernd. Auch bei dem Rest des Casts, u.a. bestehend aus Ex-Pornostar Traci Lords („Crazy Eights“, „The Greatest Show Ever“) und Jason Mews („Jay &Silent Bob schlagen zurück“, „Fanboys“), gibt es keine Ausfälle zu vermelden. Besonders hervorzuheben ist noch der herrliche Cameo-Auftritt von Justin Long („Stirb Langsam 4.0“, „Drag Me to Hell“) als schwuler Pornodarsteller.
(Sebastian Wotschke)
FAZIT: „Zack and Miri Make a Porno“ ist insgesamt betrachtet leider eine kleine Enttäuschung. Er entfaltet leider nicht das Potenzial, welches die Thematik bietet und bleibt viel zu vorhersehbar. Aber auch wenn man von Kevin Smith besseres gewohnt ist, retten den Film einige wirklich aberwitzige Szenen und der sympathische Cast. So bleibt dem Zuschauer doch noch eine charmante und kurzweilige Komödie. Der unter Umständen erwartete Skandalfilm ist er aber bei bestem Willen nicht.