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KRITIK: Wie viele Geister „leben“ wohl in einer Großstadt wie New York?
Gibt es überhaupt Geister?
Wenn es sie gibt … kann man sie dann spüren oder gar mit ihnen reden?
Das sind gute Fragen, oder?!
Die meisten Menschen suchen sich aus, ob sie sich über solche Dinge Gedanken machen wollen. Der Zahnarzt Dr. Pincus hat leider nicht diesen Luxus, als er nach einer Operation aufwacht und erfährt, dass er für einige Minuten tot war. Das hat nun zur Folge, dass er Geister sehen und hören kann, die ihn auch prompt mit Hilferufen bombardieren. Er ist allerdings zu verbittert, um sich um die Wünsche und Ängste der hilflosen Geister zu kümmern. Nur einer erweist sich als zäher und anhänglicher, als alle anderen …
… genau mit diesem Geist beginnt der Film. Am Anfang ist er allerdings noch ein Mensch, aber er soll schon in den ersten Minuten sterben.
„Wen die Geister lieben“ ist ein sehr anrührender und dennoch humorvoller Film über die Verstrickungen der Liebe und das Glück des Menschen. Er nimmt einen Misanthropen ganz schön aufs Korn und zeigt ihm die Macht der Gefühle.
Viel Liebe und Glück wird bei Lebzeiten beiseite geschoben und kann dann nicht mehr nachgeholt werden. Dieses Märchen – ja, ich möchte dieses Werk so nennen – zeigt einen Weg, auch nach dem Tod noch Dinge richten zu können und vor dem Tod gar nicht erst falsch zu machen. Der Film übermittelt die Botschaft: Lebe, solange du noch kannst – koste Liebe und verschwende dein Leben nicht mit Zynismus und Bitterkeit!
Warum gerade Ricky Gervais („The Office“, „Nachts im Museum“) diesen Zahnarzt spielen muss, dessen Verbitterung durch die Liebe überwunden wird, ist beim Anschauen des Filmes klar. Sein – entschuldigt – treudoofer Blick und in der nächsten Sekunde schon wieder der Zynismus und die Abscheu, seinen Mitmenschen gegenüber, die aus seinen Augen sprechen – das ist es, was Dr. Pincus und somit den gesamten Film auszeichnet.
Der nervige und ebenso starrsinnige Geist Frank fand mit Greg Kinnear („Little Miss Sunshine“) ebenfalls seine Topbesetzung. Es scheint, als wäre die Rolle Kinnear genau auf den Leib geschnitten.
Kleine Details bringen den Zuschauer immer wieder zum Schmunzeln. So zum Beispiel das Geniese, wenn ein Mensch zufällig einen Geist berührt. Besonders witzig sind die – für Beobachter wie Selbstgespräche scheinenden – Dialoge zwischen Pincus und den Geistern. Eine besondere Art der Situationskomik zieht sich also durch den Film, da sich der Zuschauer immer wieder vorstellt, wie „nicht eingeweihte“ Menschen Pincus zusehen. Für alle Fans von Sarkasmus und britisch-spitzem Humor, ist diese Komödie genau das Richtige!
Pincus’ Verliebtheit erwärmt die ganze Geschichte und rührt die Herzen an. Gervais spielt ihn in den Situationen, in denen diese Schwärmerei deutlich wird, so niedlich, dass man ihn am liebsten umarmen und knuddeln würde!
Als einziges Manko kann ich den bereits vielfach verwendeteten Stoff nennen. Hier war Regisseur und Drehbuchautor David Koepp („Das geheime Fenster“, „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“) zwar recht einfallsreich in der Umsetzung, aber das ändert nichts daran, dass die Story ziemlich schnell durchschaut werden kann. Das macht aber nichts, da die Schauspieler mit ihrem Talent alles wieder wett machen. Auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel!
Die DVD befindet sich seit dem 03. Juli 2009 in den Regalen und bietet viel Interessantes sowie witziges Bonusmaterial.
(Kathi Rubel)
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