Herstellungsland:
USA
Genre: Komödie
Laufzeit: 99 Minuten
FSK: ab 12 Jahren Verleih: Universal Kinostart (D): 26.02.2009
Kinostart (USA): 07.11.2008
Blu-ray Verkauf (D): -
DVD Verkauf (D): 16.07.2009
Regie: David Wain
Drehbuch: Paul Rudd, David Wain, Ken Marino, Timothy Dowling, W. Blake Herron (Story) Kamera: Russ T. Alsobrook
Darsteller:
Seann William Scott, Paul Rudd, Christopher Mintz-Plasse, Bobb'e J. Thompson, Elizabeth Banks, Jane Lynch, Ken Marino, Ken Jeong, Matt Walsh , A.D. Miles, David Wain ... Musik: Craig Wedren
Danny hat von seinem Job als Promoter die Nase voll! Zusammen mit seinem unreifen Kumpel Wheeler, besucht er täglich Schulen um einen Energy-Drink namens „Minotaurus“ zu verkaufen. Er will sein Leben ändern und macht als Erstes seiner Freundin Beth einen Heiratsantrag. Als Beth diesen ablehnt, dreht Danny bei einem der Schulbesuche durch und wird zusammen mit Wheeler wegen Ruhestörung, versuchtem Autodiebstahl, Zerstörung von Eigentum und weiterer Delikte festgenommen.
Die beiden Angeklagten stehen vor der Wahl: 30 Tage Gefängnis oder 150 Sozialstunden bei „Sturdy Wings“, einer Organisation, die sich um Kinder mit sozialen Schwierigkeiten kümmert. Sie entscheiden sich für die Sozialstunden und werden zwei Kindern zugewiesen: Einem Rollenspiel-süchtigen Nerd und einem frühreifen Großmaul. Schon bald bereuen Danny und Wheeler ihre Wahl ...
KRITIK: Wie der deutsche Titel und das Filmplakat schon unschwer erkennen lassen, handelt es sich bei Danny und Wheeler nicht gerade um Erwachsene, denen man seine Kinder anvertrauen möchte. Sie trinken, fluchen und benehmen sich auch sonst alles andere als vorbildlich. Wheeler jagt jedem Rock nach und verbringt seine Zeit am liebsten auf Partys. Danny sucht immer Streit und ist allgemein nicht gerade der gesellige Typ. Wenn sich ausgerechnet diese beiden Spätpubertierenden auch noch um vernachlässigte Kinder kümmern sollen, kann sich jeder Zuschauer denken, dass das erstmal in die Hose geht. Dass sie sich schließlich doch noch mit ihren Schützlingen anfreunden und einen Reifungsprozess durchmachen, kann sich ebenfalls jeder denken. Der Handlungsverlauf gewinnt bestimmt keinen Innovationspreis und die Wendungen sind vorhersehbar, aber trotzdem schafft es der Film den Durchschnitt der US-amerikanischen Kino-Komödien hinter sich zu lassen. Das liegt vor allem an den sympathischen Darstellern, den lässigen Dialogen und einiger aberwitziger Situationen.
Paul Rudd, der auch am Drehbuch beteiligt war, wird den Meisten als Nebendarsteller diverser Judd Apatow-Produktionen wie „Jungfrau (40), männlich, sucht“ oder „Beim ersten Mal“ bekannt sein. Bei „Vorbilder?!“ kann er auch als Hauptdarsteller überzeugen. Als lethargischer und mürrischer Verkäufer hat er einige Lacher auf seiner Seite. Übertroffen wird er aber von Seann William Scott, der ähnlich chauvinistisch und herrlich durchgeknallt spielen darf, wie schon in „American Pie“ oder „Road Trip“. Seine lockeren und sexistischen Sprüche sitzen. Paul Rudd und Seann William Scott haben sichtlich Spaß in ihren Rollen und kommen, trotz aller Fehlbarkeiten ihrer Charaktere, immer sympathisch rüber. Hervorragend ergänzt werden sich durch Christopher Mintz-Plasse und Bobb'e J. Thompson. Mintz-Plasse, bekannt aus „Superbad“, gibt den Außenseiter Augie, der am liebsten über Ritter und Drachen redet und ganz verrückt ist nach dem Live-Actionrollenspiel LAIRE. Dass das bei seinem „großen Bruder“ Danny nicht gerade für Gegenliebe sorgt, liefert einige großartige Szenen, die in einem kongenialen Finale münden, über das ich nicht zu viel verraten möchte. Bobb'e J. Thompson darf den vorlauten Ronnie spielen, der sich gerne daneben benimmt und eine Art extremes Ich von Wheeler darstellt. Am Anfang versucht Ronnie Wheeler noch zum Verzweifeln zu bringen, doch schon bald merken die Beiden wie viel sie gemeinsam haben und es entwickelt sich eine innige Freundschaft. In weiteren Rollen sehen wir Jane Lynch, als leider viel zu überdrehte Leiterin von „Sturdy Wings“, die in den meisten Szenen eher nervt als lustig ist und Elizabeth Banks als Dannys Freundin. Banks hat vergleichsweise wenige Auftritte und wurde wohl eher als Eye-Catcher gecastet... was aber auch wunderbar funktioniert! ;)
Die Chemie zwischen den Darstellern stimmt und sie sind einer der Gründe, warum der Film richtig Spaß macht. Aber bei einer Komödie müssen vor allem die Gags stimmen. Regisseur und Co-Autor David Wain verzichtet zum Glück auf Plattheiten und die gerade für US-Komödien typischen, geschmacklosen Witze, was ziemlich verwundert. Kein Fäkalhumor oder sonstige Peinlichkeiten, einzig die Nachtszene im Camp erinnert ein wenig an zahlreiche Teenager-Klamotten. Die Dialoge und Sprüche sind zwar nicht gerade feinsinnig und teilweise ziemlich deftig, aber trotzdem ist der Film noch harmlos genug, um die gesamte Familie zu unterhalten.
(Sebastian Wotschke)
FAZIT: David Wains „Vorbilder?!“ ist eine echte Überraschung. Diese sympathische Komödie, mit ihren gut aufgelegten Darstellern, ist für einen spaßigen Filmabend bestens geeignet. Kein Film zum nachdenken, sondern zum ablachen!