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TRAITOR
Traitor (2008)

Herstellungsland: USA
Genre:
Thriller
Laufzeit:
114 Minuten
FSK:
ab 16 Jahren
Verleih: Universum Film
Kinostart (D): -
Kinostart (USA):
27.08.2008
Blu-ray Verkauf (D):
03.06.2009
DVD Verkauf (D):
03.06.2009

Regie: Jeffrey Nachmanoff
Drehbuch:
Jeffrey Nachmanoff, Steve Martin ("Story")
Kamera: J. Michael Muro

Darsteller: Don Cheadle, Guy Pearce, Jeff Daniels, Saïd Taghmaoui, Neal McDonough, Alyy Khan, Archie Panjabi ...
Musik: Mark Kilian

   
 
 

Der muslimische Sprengstofflieferant Samir Horn (Don Cheadle) gerät nach einem gescheiterten Deal in jemenitische Gefangenschaft. Im Gefängnis lernt er den Extremisten Omar (Saïd Taghmaoui) kennen, der ihn, nach einer gelungenen Fluchtaktion, in eine Terroristengruppe einführt. Als Horn einen Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Frankreich verübt, bekommt er nicht nur die ersehnte Aufmerksamkeit seiner Anführer, sondern auch die des FBI. Für die beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn der nächste große Bombenanschlag steht schon bevor: In den USA ...

 
     
 

KRITIK: Das Thema islamistischer Terrorismus ist eine äußerst brisante Thematik, die schon einige Kontroverse ausgelöst hat. Gerade Actionfilme und Thriller aus dem Hause Hollywood, welche sich dieser Materie widmen, „glänzen“ meist durch Schwarz-Weiß-Malerei und einer oberflächlichen Betrachtungsweise, anstelle von Anspruch und Feinfühligkeit. Da ist es umso erfreulicher, dass ein Film aus dem Nichts gekommen zu sein scheint, der das Ganze mit einem differenzierteren und durchdachterem Standpunkt behandelt: „Traitor“. Letztes Jahr in den amerikanischen Kinos mit überschaubaren Erfolg gelaufen, erscheint der Insider-Tipp am 03.07.09 als Blu-ray und DVD auch endlich in Deutschland. Der Film vereint das Beste was frühere Werke aus dem Spionage-Genre zu bieten haben, würzt das Ganze mit einer Prise Action und jeder Menge Polit-Thriller und schon erwarten den Zuschauern zwei spannungsgeladene Stunden. Es dürfte zwar gerade Genre-Fans übel aufstoßen lassen, dass einige Einfälle aus populäreren Filmen dieser Gattung bereits bekannt sind, doch das Gesamtbild weiß zu überzeugen. Das ausgerechnet der beliebte Komiker und Schauspieler Steve Martin die Idee zu dem Film hatte, bleibt aber die mit Abstand größte Überraschung, die „Traitor“ umgibt. Denn erfahrene Hasen werden die meisten Wendungen in dem Film schon früh genug erkennen, ihre Wirkungen verfehlen diese aber trotzdem nicht.

Regisseur Jeffrey Nachmanoff, der nicht nur das Drehbuch zu diesem Film sondern auch zu dem Blockbuster „The Day After Tomorrow“ schrieb, dürfte damit genau den richtigen Einstand gefeiert haben, um bald weitere, noch größere Projekte in die Kinos zu bringen. Mit einem gewissen Feingefühl stellt er den Kontrast zwischen westlicher und muslimischer Kultur völlig wertfrei und losgelöst von klischeebehafteten Vorurteilen dar und überrascht damit vor allem das amerikanische Publikum. Beispielhaft ist da eine Szene, in der ein amerikanischer Agent praktisch 1:1 die Worte eines Extremistenführers wiederholt und genauso wie er, absolut überzeugt von seinen Ansichten ist. Nachmanoff zeigt uns, dass der große Teil der Moslems friedliebende Menschen sind, die keinerlei Verständnis für den Terrorismus haben. Da verzeiht man ihm auch, dass dem Film an manchen Stellen die Luft ausgeht und man die Laufzeit insgesamt etwas hätte straffen können. Neben dem Regisseur und Drehbuchautor gebührt aber vor allem Hauptdarsteller und Produzent Don Cheadle („L.A. Crash“, „Hotel Ruanda“) großes Lob. Er verleiht seinem Charakter große Tiefe und beweist ein weiteres Mal, dass er ein ganz großer Schauspieler ist. Auch Guy Pearce („Memento“) zeigt uns aufs Neue sein Können, wenngleich er auch in „Traitor“ im Gegensatz zu Cheadle etwas weniger gefordert wird. Trotzdem ist sein Charakter, der besonnene und vorurteilsfreie FBI-Agent, genau der richtige Sympathieträger für den Zuschauer. Weitere bekanntere Darsteller wie Neal McDonough und der in Vergessenheit geratene Jeff Daniels, spielen erwartungsgemäß grundsolide und runden mit den eher unbekannten aber absolut überzeugenden Saïd Taghmaoui und Alyy Khan den gelungenen Cast ab.

Insgesamt kann man also den Kauf der DVD oder Blu-ray zweifelsohne empfehlen. Diese bieten neben dem Hauptfilm noch eine gute Stunde Stunde an Extras mit jeder Menge Interviews, Featurettes und Material von den Dreharbeiten. Der Audiokommentar von Jeffrey Nachmanoff und Don Cheadle gewährt einen interessanten Einblick zu den Hintergründen des Films. Auch Bild (1080p/24) und Ton (DTS-HD 5.1 High Resolution) der Blu-ray Disc sind auf einem sehr gutem Niveau, wenngleich auch nicht die Referenzklasse erreicht wird. Wer intelligente Politthriller mag und einen Blu-ray-Player sein Eigen nennt, sollte die Disc auf jeden Fall im Auge behalten.

(Sebastian Wotschke)

 

FAZIT: Spannender Spionage-Thriller über das kontroverse Thema „Islam und Terrorismus“, fernab jeglicher Klischees und amerikanischem Pathos. Auch wenn man einige der Ideen schon in ähnlich thematisierten Filmen gesehen hat, ist der Film, nicht nur dank dem überzeugenden Hauptdarsteller Don Cheadle, ein echter Geheimtipp für Filmfans!

 Diese Kritik erschien zuerst auf celluloid-dreams.de
 Fotos: Copyright © Universum Film


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