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KRITIK: Die Scheibenwelt-Saga geht in die nächste Runde. Nachdem der Roman „Schweinsgalopp“ kongenial als TV-Zweiteiler „Hogfather“ umgesetzt wurde, nimmt sich Vadim Jean („Jiminy Glick in Gagawood“) nun eine weitere Geschichte Terry Pratchetts vor. „The Color of Magic“ ist im Gegensatz zu „Hogfather“ aber eine Verfilmung zweier Romane. Der erste Teil adaptiert „Die Farbe der Magie“, und der zweite „Das Licht der Fantasie“. Dies sind die einzigen beiden Scheibenwelt-Romane, die direkt aufeinander aufbauen.
Da dasselbe Team wie bei „Hogfather“ hinter dem Film steckt, sind Befürchtungen um eine schlechte Umsetzung schon von vornherein vom Tisch, und Pratchett-Fans dürfen sich wieder einmal auf vergnügliche drei Stunden einstellen. Diesmal werden sogar Unerfahrene von Anfang an deutlich besser mit der Materie zurechtkommen, handelt es sich doch um die erste erschienene Geschichte aus der Scheibenwelt, und bietet somit den optimalen Einstieg. „The Color of Magic“ legt sein Augenmerk auch deutlich mehr auf die Gags und bietet verrückte Einfälle ohne Verschnaufpause.
Leider ist dies auch gleichzeitig der einzige Kritikpunkt. Das hangeln von einer witzigen Szene zur nächsten, lässt die Handlung leider oft zu sehr hinten anstehen. Glücklicherweise nimmt dann der zweite Teil, der eine weitere Bedrohung für die Einwohner vorstellt, wieder an Fahrt auf, und entschuldigt für den ein oder anderen Durchhänger.
Im Gegensatz zum Vorgänger, bietet der Film bekanntere Gesichter: Der gewohnt grandiose Tim Curry („The Rocky Horror Picture Show“, „Kinsey – Die Wahrheit über Sex“) und der herrlich naiv spielende Sean Astin („Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“, „50 erste Dates“) dürfen sogar zwei tragende Rollen übernehmen. Auch Charakterdarsteller Jeremy Irons („Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“, „Inland Empire – Eine Frau in Schwierigkeiten“) stattet der Scheibenwelt einen (sehr kurzen) Besuch ab und die Stimme Gevatter Tods spricht diesmal kein geringerer als Christopher Lee („The Rainbow Thief“, „Charlie und die Schokoladenfabrik“). Sir David Jason („All the King's Men“), der in „Hogfather“ noch Tods Assistenten spielte, übernimmt die Rolle des schlechtesten Zauberers aller Zeiten Rincewind. Auch er bietet eine gewohnt gute Leistung.
In Sachen Effekte und Kulissen steht „The Color of Magic“ seinem Vorgänger ebenfalls in nichts nach: Für einen TV-Film bewegt sich der Film von der Ausstattung her auf einem sehr hohen Niveau. Das Gleiche gilt auch wieder einmal für den Score: Die fantasievollen Kompositionen des Duos Paul E. Francis und David A. Hughes versetzen einen Mitten in die Scheibenwelt. Auch wenn der Film nicht ganz die skurrile und bizarre Klasse von „Hogfather“ erreicht, ist der Film dennoch für alle Freunde des unkonventionellen britischen Humors Pflichtprogramm.
Die Blu-ray Disc bringt den visuellen Glanz des Films, dank hohem Kontrast und einem ansprechendem Schärfewert, gut rüber. Der Surround Sound wird zwar recht wenig eingesetzt, doch wenn, dann kommt auch der Ton gut zur Geltung. Als Bonus gibt es Trailer und Interviews, u.a. mit Terry Pratchett höchstpersönlich, der im Film auch einen Cameoauftritt hat. Die Extras liegen in Standardauflösung vor und sind deutlich knapper als die der „Hogfather“-Blu-ray, aber immerhin recht informativ.
(Sebastian Wotschke)
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