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KRITIK: Es gibt so Filme, bei denen es einem Sakrileg gleichkommt, käme man auch nur auf den Gedanken, eine Fortsetzung zu drehen. Ihr spezieller Charakter und ihre abgeschlossene Geschichte, degradieren ein Sequel zu einer reinen Unnötigkeit, bei dem lediglich der reine Kommerzgedanke eine Rolle spielt. „Blade Runner“ oder „Lost Highway“ wären solche Filme... aber sicherlich auch „Donnie Darko“! Der Mystery-Thriller floppte seinerzeit in den amerikanischen Kinos und erschien hierzulande direkt auf DVD. Doch nach und nach entwickelte sich zu recht eine riesige Fangemeinde, die Richard Kellys („The Box“, „Southland Tales“) Meisterwerk zum großen Kultfilm erhob. Noch heute wird in Internetforen regelmäßig über die wildesten Interpretationen spekuliert. Für viele Fans unverständlich, ist jüngst tatsächlich eine Fortsetzung erschienen: „S. Darko – Eine Donnie Darko Saga“. Wie zu erwarten, war schon bei der Ankündigung des Sequels der Aufschrei mehr als groß. Nicht nur die im ersten Teil abgeschlossene Story, sondern auch die Tatsache, dass Richard Kelly, der sowohl Handlung und Charaktere des ersten Teils, sowie „Die Philosophie des Zeitreisens“ kreierte, in keinster Weise an „S. Darko“ beteiligt ist, lassen die Fortführung der Geschichte mehr als absurd erscheinen. Doch es geschehen tatsächlich noch Wunder, und eins kann man sicherlich vorwegnehmen: Auch wenn „S. Darko“ nicht auf Augenhöhe mit dem Original liegt, ist dem Regisseur Chris Fisher („The Hillside Strangler“, „Dirty“) dennoch ein ansehnlicher Film für Mystery-Fans gelungen.
Das liegt zum einen daran, dass man der Logik des Originals nicht widerspricht. Drehbuchautor Nathan Atkins („Cultivation“) scheint den Vorgänger, sowie „Die Philosophie des Zeitreisens“, ausgiebig studiert zu haben. Wieder haben wir es mit einer Zeitreise zu tun (genauer genommen sind es diesmal sogar zwei), die die Regeln aus „Donnie Darko“ nicht widerlegt und außerdem aus einer anderen Perspektive erzählt wird. Zum anderen macht es, dank der großartigen Bildgestaltung, den atmosphärischen Aufnahmen und den vielen visuellen Stilmitteln, einfach richtig Spaß beim zuschauen. „S. Darko“ ist wirklich ein optischer Leckerbissen. Aber auch Ed Harcourts („Cheese Cake“) Originalsoundtrack und die Songauswahl unterstützen die toll fotografierten Szenen mit der passenden Musik. Da gibt es bei der Fortsetzung beileibe nichts zu meckern.
Doch wie zu erwarten war, sind auch einige Schattenseiten zu finden. Da der Film im Prinzip nur die Geschichte des ersten Teils in einem anderen Handlungsort und mit anderen Charakteren (bis auf Donnies Schwester Samantha) nacherzählt, stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit. Im Prinzip verliert der Film jegliche Daseinsberechtigung. Auch inhaltlich hat der Film abseits der eigentlichen Story, so seine Schwierigkeiten. Denn wenn die Figuren beginnen ihren Mund aufzumachen um ein „tiefsinniges“ Gespräch zu führen, spürt man ab und zu den Drang sich die Ohren zuzuhalten. Einige der Dialoge sind so strunzdämlich, dass sich einem die Nackenhaare aufrichten. Die Charaktere selbst sind dabei zu großen Teilen arg klischeebeladen und die schauspielerischen Qualitäten schwanken zwischen grundsolide und hart an der Grenze. Ein Glück, dass die Zeitreisegeschichte deutlich im Vordergrund steht, denn sonst dürfte es schwer fallen, den Film bis zum Ende durchzustehen.
Dank der mehr als passablen Bildqualität der Blu-ray-Fassung, kommen die optischen Spielereien des Films auf dem heimischen Fernsehgerät sehr gut zur Geltung. Egal ob Schärfe oder Kontrast, bei der BD gibt es keinen Grund für größere Beanstandungen. Lediglich der Ton ist an vielen Stellen zu frontlastig. Die Extras liegen leider nur in Standardauflösung vor, runden den Gesamteindruck, dank einigen Trailern, entfernten Szenen und einem Making of, aber sehr zufrieden ab. Zudem gibt es noch einen Audiokommentar von Regisseur Chris Fisher, Kameramann Marvin Rush und Drehbuchautor Nathan Atkins. Auf das kurze Utah-Special hätte man allerdings verzichten können.
(Sebastian Wotschke)
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