Startseite RSS-Feed












Filmring
netcup.de
Newsletter Pro SQL





Kinofilme
Movies
rss-nachrichten.de
Film-News und Filmkritiken
RSS Verzeichnis

Partner werden?

THE RAINBOW THIEF
The Rainbow Thief (1990)

Herstellungsland: Großbritannien
Genre:
Fantasy-Drama
Laufzeit:
90 Minuten
FSK:
ab 12
Verleih: Ascot Elite
Kinostart (D): -
Kinostart (USA):
-
Blu-ray Verkauf (D):
19.11.2009
DVD Verkauf (D):
19.11.2009

Regie: Alejandro Jodorowsky
Drehbuch: Berta Domínguez D.
Kamera: Ronnie Taylor

Darsteller: Omar Sharif, Peter O'Toole, Christopher Lee, Jude Alderson, Brigitte Barclay, David Boyce, Jane Chaplin, Joanna Dickens ...
Originalmusik: Jean Musy

 
 
 

Die gierige Verwandtschaft des Millionärs Rudolf (Christopher Lee) erwartet händereibend sein Ableben, um schnellstmöglich das Erbe zu ergattern. Als Rudolf nach einer Nacht mit den „Rainbow-Girls“ einen Hirnschlag erleidet und ins Koma fällt, wittern sie ihre große Chance. Zu schade, dass der exzentrische Neffe Prinz Meleagre (Peter O‘Toole) im Testament als Alleinerbe festgesetzt wurde. Da die Verwandten nun alles daran setzen, ihn für verrückt erklären zu lassen, beschließt Meleagre in die Kanalisation zu flüchten und dort so lange zu verweilen, bis sein Onkel wieder aus dem Koma erwacht oder das Zeitliche segnet. Hilfe bekommt er von dem obdachlosen Gauner Dima (Omar Sharif), der auf eine entsprechende Entlohnung hofft …

 
     
 

KRITIK: Bei dem Namen Alejandro Jodorowsky („Montana Sacra - Der heilige Berg“) werden Cineasten auf der ganzen Welt mit der Zunge schnalzen. Mit dem berühmt-berüchtigten „El Topo“ schrieb er 1970 Filmgeschichte, wandte sich 1978 nach dem Flop „Tusk“ vom Filmgeschäft ab und erlebte 11 Jahre später mit „Santa Sangre“ ein grandioses Comeback. Beseelt von seinem Erfolg lies er sich nach Sichtung des „Rainbow Thief“-Drehbuchs auf eine Auftragsarbeit ein, doch begegnete er wieder demselben Problem wie zu „Tusk“-Zeiten: Dem beinahe völligen Abhandenkommen der künstlerischen Leitung. Die Produzenten mischten sich ein wo sie nur konnten und Jodorowsky zog sich erneut resigniert aus dem Filmgeschäft zurück. „The Rainbow Thief“ verschwand beinahe völlig in der Versenkung und dürfte nur den eingefleischten Fans bekannt sein. 19 Jahre später nun endlich erscheint ein vom Regisseur persönlich autorisierter Directors Cut und zeigt, dass (auch wenn die für den Regisseur bekannten Provokationen praktisch völlig fehlen) der Film ein größeres Publikum mehr als verdient hätte, und sich durchaus in das surreale Gesamtwerk des Meisters einordnen lässt.

Die Handlung ist in erster Linie da, um den aberwitzigen und märchenhaften Einfällen genügend Spielraum zu lassen. Dem Zuschauer begegnen die ungewöhnlichsten Charaktere, alle angesiedelt in einer fantasievollen Stadt, die tagsüber vom Elend der Unterschicht dominiert wird und sich abends in eine bunte Kirmeswelt verwandelt. Wir verfolgen den charismatischen Dieb Dima, wundervoll gespielt von Charakterdarsteller und Schauspiellegende Omar Sharif („Hidalgo – 3000 Meilen zum Ruhm“, „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“), wie er die einfallsreichsten Methoden anwendet um an Nahrung und Geld zu kommen. Peter O’Toole („Troja“, „Der Sternenwanderer“), der einige Jahre zuvor mit Omar Sharif gemeinsam in „Lawrence von Arabien“ vor der Kamera stand, spielt den höchstexzentrischen Prinzen Meleagre. Die beiden völlig unterschiedlichen Streithähne geraten mehr als einmal aneinander, dennoch verbindet die zwei in den entscheidenden Momenten eine brüderliche Freundschaft. Während Omar Sharif absolut traumbesetzt für die Rolle des liebenswerten Gauners ist, bleibt Peter O’Toole in mehreren Situationen überraschend blass. Aber auch ihm bietet das Drehbuch genügend Augenblicke die verrückten Charaktereigenschaften des Prinzen ausgiebig darzustellen; vor allem seine ausschweifenden Dialoge mit der Hundepuppe Chronos. Leider viel zu kurz, darf auch ein anderer Kultdarsteller seiner Exzentrik freien Lauf lassen: Christopher Lee („Der Goldene Kompass“, „Sleepy Hollow“). Er stimmt in den Anfangsminuten wunderbar auf die weitere Handlung ein und man bedauert sehr, dass ihm nur vergleichsweise wenig Screentime gewährt wird.

Nicht nur auf schauspielerischer Ebene ist der Film empfehlenswert, auch die bereits angesprochene einfallsreiche und schräge Geschichte, die mit der gewohnten Verspieltheit Jodorowskys und einer optischen Wucht umgesetzt wurde, nimmt den Zuschauer gefangen… sofern man auch für unkonventionelle Geschichten empfänglich ist. Jodorowsky kann sich glücklich schätzen, dass er den erfolgreichen Kameramann Ronnie Taylor („Gandhi“, „Tommy“) für „The Rainbow Thief“ gewinnen konnte. Das lässt über den ein oder anderen negativen Punkt großzügig hinwegsehen, beispielsweise die nicht ganz deutlich erkennbare Motivation der Charaktere in der ein oder anderen Situation, oder auch das etwas plötzlich auftauchende Finale. Den Gesamteindruck schmälert dies aber nicht.

Lang galt dies Werk eher als Rarität, doch Ascot Elite hat es geschafft den Directors Cut exklusiv auf Blu-ray (und DVD) zu veröffentlichen. Das Bild liegt im Format 1.78:1 vor und bietet eine für das Alter des Films und der Tatsache, dass wohl kaum genügend Budget für eine umfangreiche Restaurierung zur Verfügung stand, akzeptable Qualität, auch wenn ein HD-Effekt kaum auszumachen ist. Der Ton, erfreulicherweise auf Deutsch in DTS-HD MA 5.1, ist auf einem ähnlichen Niveau angesiedelt. Keine großartigen Hörerlebnisse, aber insgesamt befriedigend. Ganz anders sieht es leider mit den Extras aus. Gerade einmal ein Trailer zum Film ist zu finden. Das ist leider sehr schade, denn gerade bei einem Jodorowsky-Film würde man sich auf einige Hintergrundinformationen freuen. Immerhin bietet die Blu-ray ein Wendecover und ist hübsch in einem Pappschuber untergebracht.

(Sebastian Wotschke)

 

FAZIT: Ein in vergessen geratenes Märchen für Erwachsene, erlebt nun endlich in Form eines Directors Cut seine Wiederauferstehung. Veredelt von Jodorowskys sprühender Fantasie und Omar Sharifs kongenialen Schauspiel, ist der Film ein Geheimtipp für alle Cineasten!


 Fotos: Copyright ©
Ascot Elite


Zurück zur Übersicht

S. Darko - Eine Donnie Darko Saga

The Rainbow Thief

The Color of Magic

Hogfather

P.S. Ich liebe dich

Immigrants - L.A. Dolce Vita




Listinus Toplisten
Cineglobe Film-Topliste
Film und Serien Toplist
Homepage eintragen - kein nofollowIQ-Kontrollbild