Herstellungsland:
USA
Genre: Trickfilm
Laufzeit: 102 Minuten (inkl. Kurzfilm "Teilweise wolkig")
FSK: ohne Altersbeschränkung Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany Kinostart (D): 17.09.2009
Kinostart (USA): 29.05.2009
Blu-ray Verkauf (D): -
DVD Verkauf (D): -
Regie: Pete Docter, Bob Peterson
Drehbuch: Pete Docter, Bob Peterson Kamera: Patrick Lin
Dt. Sprecher:
Fred Maire, Maximilian Belle, Karlheinz Böhm, Dirk Bach, Isabelle Rauscher, Kai Taschner, Claus-Peter Damnitz ...
Musik: Michael Giacchino
Der Himmel ist die Grenze? Nicht für Carl Fredricksen, der sich im Alter von 78 Jahren einen Lebenstraum erfüllt: Eine Reise in das Amazonas-Gebiet. Doch Carl besteigt nicht etwa ein Flugzeug, das ihn nach Südamerika bringen soll, nein, der ehemalige Ballonverkäufer befestigt an seinem Häuschen Tausende von Luftballons und entschwebt in den Himmel. Was Carl zunächst nicht ahnt: Der achtjährige Pfadfinderjunge Russell hat sich heimlich auf die Veranda geschlichen. Als er ihn entdeckt, ist der grantige Rentner zunächst nicht begeistert. Doch Carl hat keine andere Wahl, als die Quasselstrippe Russell mit auf diese Reise zu nehmen, die aus dem alten Mann und dem kleinen Jungen ein eingeschworenes Team machen wird, zwischen das kein Bananenblatt mehr passt. (Pressetext)
KRITIK: Pixar haben die Filmwelt verändert. Seit sie 1995 mit „Toy Story“ den ersten abendfüllenden, komplett am Computer entstanden Spielfilm realisierten und weitere Projekte wie „Das große Krabbeln“ oder „Monster AG“ hinterherschoben, haben computeranimierte Trickfilme den Zeichentrickfilm fast völlig aus dem Kino verbannt. „Findet Nemo“ und „Wall-E“ waren riesige Erfolge an der Kinokasse und mit „Oben“ folgt nun der nächste Hit, der trotz einiger überraschend ungewohnten Sequenzen, die typischen Trickfilmkonventionen herunterspült.
Der Film beginnt mit der Annäherung Carl Fredricksen und seiner späteren Frau Ellie. Es folgt eine gelungene Sequenz, die uns das gemeinsame Leben der beiden zeigt, mitsamt allerlei liebevollen Momenten, aber auch traurigen wie die Nachricht, dass die beiden keine Kinder bekommen können und endet schließlich mit dem Tod Ellies. Dieser Abschnitt ist recht kurz und kommt völlig ohne Dialoge aus. Für einen Trickfilm überrascht dieser emotionale und originelle Teil sehr. Danach bekommen wir Einblick in Carls weiteres Leben, der inzwischen zu einem grummeligen alten Mann geworden ist, der sozialen Kontakten aus dem Weg geht. Lange braucht es bis die eigentliche Handlung beginnt... zu lange! Als diese dann nun endlich anfängt, entwickelt sie sich bald zu einem actionreichen aber viel zu vorhersehbaren Trip, mit den typisch verrückten und liebevollen Charakteren, wie man sie aus anderen Pixarfilmen kennt. Kinogänger bekommen das, was sie erwarten, nur langsam nutzt sich das bewährte Konzept auch ein wenig ab. Die eigentliche Handlung lässt jegliche Innovationen vermissen. Der Hauptcharakter ist aber definitiv der ungewöhnlichste Held der seit Jahren über die Kinoleinwand „fliegt“. Der 78jährige Rentner sorgt für die nachdenklichen Momente des Films. Er will langgehegte Träume verwirklichen, bevor es zu spät ist. Werden Trickfilme gerne damit beworben, dass sie für jedes Alter zu empfehlen sind, trifft es hier ausnahmsweise mal wirklich zu, denn die ältere Generation wird sich definitiv in Carls Gefühlslage hineinversetzen können. Gleichzeitig beschleicht aber einem das Gefühl, dass vor allem die erste Hälfte für die Älteren inszeniert wurde, wohingegen der Rest die Kinder begeistern wird. Alle Kinogänger dazwischen werden sich eventuell etwas verloren vorkommen.
Die deutschen Synchronsprecher geben den Charakteren die nötige Emotionalität, und mit Dirk Bach („Crazy Race“, „Kein Pardon“) und Karlheinz Böhm („Sissi“, „Effi Briest“) sind diesmal nur zwei prominente Gastsprecher vertreten. Dirk Bach, der seinen Job wirklich hervorragend macht, hat ja schon ein wenig Synchronsprecher-Erfahrung und leiht in „Oben“ dem durchgeknallten Hund Dug seine Stimme. Karlheinz Böhm hingegen hört man seine mangelnde Erfahrung an und verleiht dem Charakter Charles Muntz zu wenig Tiefe.
„Oben“ läuft mit dem niedlichen Vorfilm „Teilweise wolkig“ in den Kinos an. Hier wird endlich aufgeklärt, woher die Storche, die die Babys zu den Eltern bringen, eigentlich den kleinen Nachwuchs herbekommen. Trotz der originellen Einfälle, dürfte der Kurzfilm aber eher an die sehr jungen Zuschauer gerichtet sein.
(Sebastian Wotschke)
FAZIT: Ein typischer Pixar-Film mit einem untypischen Protagonisten, der leider etwas zu lange braucht um in Schwung zu kommen. Die liebevollen Charaktere und die nachdenklichen Momente, lassen einen dann zum Glück die vorhersehbare Handlung und das innovationslose Finale verschmerzen. Ein Film für die ganze Familie, auf gewohnt hohem technischen Niveau.