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KRITIK: „Ich gebe dir jetzt mal einen Rat: Halte die Kosten unter 1,5 Millionen, nimm einen Schauspieler den man kennt, gehe gleich ganz auf DVD und du kommst mit Null raus!“ Dieser Tipp, den Bruce Campbell in der Low-Budget-Produktion „My Name is Bruce“ einem vermeintlichen Jungregisseur gibt, ist eine nette Anspielung auf den Film selbst, bei dem sich alles um seinen Hauptdarsteller dreht.
Produzent Mike Richardson wollte unbedingt einen Film mit Bruce Campbell drehen und engagierte Comic- und Drehbuchautor Mark Verheiden (war u.a. verantwortlich für die Jugendserie „Smallville“) um ein Script zu entwerfen. Der kam auf die grandiose Idee, dass Bruce doch einfach mal sich selbst spielen soll, oder besser gesagt sein eingebildetes Alter Ego. Ein arroganter, selbstverliebter Schauspieler, der zwar die größten Star-Allüren hat, aber nur noch Rollen in C-Movies abbekommt und seine besten Zeiten hinter sich hat. Bruce Campbell gefiel die Idee, sich selbst auf die Schippe zu nehmen und übernahm nicht nur die Hauptrolle, sondern stieg auch noch als Regisseur und Produzent mit in das Projekt ein. „My Name is Bruce“ ist daher auch DER Film für alle Campbell-Fans, der seit seiner Rolle des „Ash“ in Sam Raimis „Tanz der Teufel“-Trilogie, weltweiten Kultstatus genießt. Dem normalen Kinogänger wird er höchstens durch seine Kurzauftritte in den „Spider Man“-Filmen (ebenfalls unter der Regie von Sam Raimi) oder diversen Hollywood-Produktionen ein Begriff sein. Man sollte sich mit seinen bisherigen Werken also schon einigermaßen auskennen, um den Film wirklich genießen zu können. Die vielen Seitenhiebe und Zitate aus früheren Filmen (teilweise wurden auch noch extra ein paar neue dazu erfunden, wie z.B. „Death of the Dead“) werden bei den Fans für ein Dauergrinsen sorgen. Aber auch wenn man sich nicht mit der Materie auskennt, kann man durchaus einen Blick wagen. Denn wer kein Bruce Campbell-Fan ist, kann es ja schließlich noch werden!
Und die Chancen neue Fans zu gewinnen, stehen gar nicht mal schlecht. Denn Bruce Campbell sorgt als versoffener, egozentrischer Kotzbrocken für jede Menge Lacher. So viel Selbstironie stünde auch den größeren Hollywoodstars ganz gut zu Gesicht. Seine Anhänger werden sich zudem über seine typische physical comedy freuen und seine coolen Sprüche, die spätestens seit „Die Armee der Finsternis“ sein Markenzeichen sind. Bei so einer One-Man-Show sind die übrigen Darsteller eher schmückendes Beiwerk, was aber nicht heißt, dass nicht u.a. Taylor Sharpe, als schüchterner Horrorfan Jeff und Grace Thorsen als Jeffs Mutter, für einige gelungene Szenen sorgen. Kenner können sich zudem auf die Auftritte früherer Bruce Campbell Weggefährten freuen, wie Ellen Sandweiss (Cheryl, Ashs Schwester aus „Tanz der Teufel“), Timothy Patrick Quill (der Waffenschmied aus „Die Armee der Finsternis“), Dan Hicks (Jake aus „Tanz der Teufel 2“) oder Sams Raimis jüngeren Bruder Ted Raimi, der gleich drei Rollen spielen darf (Luigi, Wing und Bruces herrlich schleimigen Manager Mills Toddner).
Der Film selbst ist über die gesamte Spieldauer schön trashig gehalten. Ob es die Splattereffekte sind, oder die übertriebenen Nebelschwaden, welche auftauchen sobald der Untote auf der Bildfläche erscheint, oder der Untote selbst, mit seiner Gummimaske und den leuchtenden, roten Augen. B-Movie Fans werden sich wohl fühlen, nur Gore-Liebhaber brauchen nicht auf ein neues „Tanz der Teufel“-Massaker zu hoffen. Die Splattereinlagen sind zwar schön billig und blutig, aber niemals richtig hart, weswegen die FSK16-Freigabe auf jeden Fall nachvollziehbar ist. Man sieht dem Film sein niedriges Budget jederzeit an, was aber keinesfalls negativ zu beurteilen ist. Übrigens: Um Kosten zu sparen und Ärger mit örtlichen Behörden zu vermeiden, wurde das Dorf Gold Lick auf Bruce Campbells Grundstück gebaut!
Die Story des Films ist eigentlich kaum der Rede wert. An manchen Stellen ist sie sogar richtig dämlich, denn wie kann beispielsweise die gesamte Dorfgemeinschaft so blöd sein zu glauben, dass ein Schauspieler ein Monster besiegen kann? Also Leute, nehmt die Geschichte nicht ernst, denn sie passt perfekt zu der trashigen Aufmachung des Films und dient einzig und allein dazu, Bruce Campbell genügend Szenen zu liefern und jede Menge Gags zu zelebrieren. Diese sind zum Teil wirklich zum brüllen, beispielsweise der Ausschnitt aus „Cavealien 2“ oder die panische Flucht vor Guan-Di. Ein lustiger Einfall ist auch, das bisherige Geschehen zwischendurch in einem Country-Song zusammenzufassen (der dann einem allerdings nach dem Film als Ohrwurm im Kopf herumspukt). Es sind aber auch einige Rohrkrepierer dabei (Pinkelszene, transsexuelle Prostituierte usw.) die den Gesamteindruck etwas schmälern und nicht nötig gewesen wären. Zudem geht dem Film zum Showdown hin etwas die Puste aus. Gerade beim Finale hätte man von einem Bruce Campbell Film mehr erwartet. Immerhin entschädigt ganz zum Schluss das verrückte Horrorfilm-Klischee-Ende.
(Sebastian Wotschke)
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