Herstellungsland:
Deutschland
Genre: Komödie
Laufzeit: 107 Minuten
FSK: ab 6 Verleih: Warner Bros. Kinostart (D): 08.10.2009
Kinostart (USA): -
Blu-ray Verkauf (D): -
DVD Verkauf (D): -
Regie: Simon Verhoeven Drehbuch: Simon Verhoeven Kamera: Jo Heim
Darsteller:
Til Schweiger, Christian Ulmen, Jana Pallaske, Florian David Fitz,
Nadja Uhl, Inez Björg David, Wotan Wilke Möhring ... Originalmusik: Simon Verhoeven, Wolfgang Hammerschmid
Männer sind...und Frauen ja auch… Das wusste schon Loriot. Der Mann an sich hat es aber auch schwer. Irgendwo zwischen Weichei und Macho sucht er seinen Platz, seine Rolle als Bild von einem Mann. Der Regisseur, Drehbuchautor und Filmmusiker Simon Verhoeven zeigt in seiner Komödie exemplarisch sechs Typen seiner Geschlechtsgenossen und ihren Alltagskampf, um das Verständnis von und bei Frauen.
In bester Episodenfilm-Manier a la Altmans “Shortcuts” laufen sich diese Männer nun im Fitnessclub über den Weg. Ihre Wege kreuzen sich ab da auf mehreren Wegen.
Bei Günter (Christian Ulmen), dem linkischen Beamten klappt es mit den Frauen nicht so gut, sodass er mittels Kontaktanzeigen nach seinem bisschen Glück sucht. Im Tierfachgeschäft trifft er dann die in Scheidung lebende Susanne Nadja Uhl) und knüpft zarte Bande, die von Susannes Exmann Roland (Wilke Möhring) in dessen Eifersucht gestört werden.
In der Sauna trifft Günter auf den Musikproduzenten Jerome (Til Schweiger) den Macho, der lernen muss, was im Leben wirklich zählt. Als Lehrmeister hierfür dient Schlagersternchen Bruce Berger (super: Justus von Dohnanyi),der mit seinen Liedern die Welt verändern will und sich in Jeromes Leben drängt und sogar bei ihm einzieht. Niklas (Florian David Fitz) ist Jeromes Nachbar. Er ist der erfolgreiche Werber, der schon immer mit seiner Freundin zusammen ist und jetzt als natürlichem nächstem Schritt kurz vor der Hochzeit mit ihr steht. Was soll da noch kommen fragt er sich und bekommt Torschlusspanik. Sein Freund Philipp (Maxim Mehmet)ist dagegen ein junger Chaot, der noch seinen Weg sucht und unerwartet Vater wird. Zum Schluss gibt es noch Roland (Wotan Wilke Möhring), den Kaputten Straßenbahnfahrer, der alles verliert und keine Hilfe annehmen kann.
Gerade die Rolle des Roland gibt der Komödie dramatische Momente (ein Selbstmörder warf sich vor Rolands Bahn, sein Vater ist dement im Altenheim), wodurch sie mehr Tiefe erhält. Rolands Geschichte berührt und bewegt. Jede gute Komödie braucht einen Konterpart (siehe „4 Hochzeiten und 1 Todesfall“ oder „Tatsächlich Liebe“). Die einzelnen Erzählstränge sind gut miteinander verwoben, auch wenn das Treffen im Fitnessstudio sehr nach Klischee riecht und die Männergespräche in der Sauna arg bemüht daherkommen. Das Ensemble spielt munter, auch die Frauen (Nadja Uhl, Jana Pallaske).
Was allerdings unglaublich nervt, ist das aggressive Product Placement. Das gibt Punkteabzug.
Unbedingt sitzenbleiben und den Abspann schauen. Der Musikclip von Bruce Berger "Alle Kinder dieser Erde" ist einfach zu schön (Wie er Mettwurst verteilt - göttlich). Ein Film über Männer und ihr Kampf im urbanen Alltag. Männerherzen sind keine Mördergruben. Männer sind auch nur Menschen. Sie sind...und Frauen ja auch...
(Simone Sass)
FAZIT: Ein wunderbarer Spaß ohne ins Alberne abzurutschen und auch Platz für einige nachdenkliche Momente lässt. Gelungen!