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DER KAUFHAUS COP
Paul Blart: Mall Cop (2009)

Herstellungsland: USA
Genre:
Komödie
Laufzeit:
91 Minuten
FSK:
ab 6 Jahren
Verleih: Sony
Kinostart (D): 26.03.2009
Kinostart (USA):
16.01.2009
Blu-ray Verkauf (D):
03.09.2009
DVD Verkauf (D):
03.09.2009

Regie: Steve Carr
Drehbuch:
Kevin James, Nick Bakay
Kamera: Russ T. Alsobrook

Darsteller: Kevin James, Jayma Mays, Keir O'Donnell, Raini Rodriguez, Shirley Knight, Stephen Rannazzisi, Peter Gerety, Bobby Cannavale, Adam Ferrara, Adhir Kalyan, Erick Avari, Gary Valentine ...
Musik: Waddy Wachtel

 
Trailer zur Verfügung gestellt von filmtrailer.com
 
 

Der übergewichtige Paul Blart (Kevin James) hat es nicht leicht. Sein größter Traum wäre es Polizist zu sein, doch seine Krankheit Hypoglykämie macht ihm da einen Strich durch die Rechnung. Wenn er länger nichts Süßes isst, erleidet er einen Schwächeanfall und schläft einfach ein. Wenn er schon nicht die Welt beschützen kann, so doch immerhin ein Einkaufszentrum, in dem er als Sicherheitsbeamter arbeitet.
Außerdem ist der alleinerziehende Vater auf der Suche nach der großen Liebe. Die scheint er gefunden zu haben, als er die neue Angestelltin Amy (Jayma Mays) kennen lernt – leider blamiert er sich nach dem exzessiven Verzehr einiger Margaritas bis auf die Knochen. Doch als eines Abends eine Verbrecherbande das Einkaufszentrum in seine Gewalt und Pauls Tochter (Raini Rodriguez) und Amy als Geiseln nimmt, schlägt für den Kaufhaus-Cop die große Stunde: Jetzt kann er sich endlich als Held beweisen ...

 
     
 

KRITIK: Wenn in den USA eine Sitcom abgesetzt wird, bedeutet dies meistens auch das Aus für die Darsteller. Kaum einer hat danach noch den Erfolg wiederholen können, schon gar nicht, wenn man versucht hat, im Filmgeschäft Fuß zu fassen. In der Branche hat sich inzwischen der Ausdruck „Seinfeld Fluch“ etabliert, denn auch dort sah die Zukunft der Hauptdarsteller nur bedingt rosig aus. Dass es auch anders geht, beweist „King of Queens“-Star Kevin James. Noch während die Serie lief, feierte er Erfolge mit Will Smith in „Hitch – Der Date Doktor“ und Adam Sandler in „Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme“. Doch nun ist Schluss mit den Buddy-Movies. Nach dem Ende von „King of Queens“ folgt nun die große Bewährungsprobe für James. In „Der Kaufhaus Cop“ steht ihm kein großer Star zur Seite, jetzt muss der Comedian alleine die Kinosäle füllen. Und es hat funktioniert: In den USA wurde der Film zum großen Überraschungs-Hit, der mit einem Budget von 26 Millionen US-Dollar über 140 Millionen in die Kassen spielte. Auch wenn das Publikum sich begeistert zeigte, waren im Gegensatz dazu die Kritiker weniger positiv gestimmt und man drückte dem Film den Stempel eines unlustigen Klamaukfilms auf. Aber die Wahrheit liegt bekanntlich wie so oft in der Mitte.

Kritisieren kann man an dem Film aber tatsächlich einiges. Die Handlung ist jederzeit vorhersehbar und hat keine Überraschungen parat. Paul Blart erobert Amys Herz und wird natürlich auch mit der Verbrecherbande fertig. Das dürfte jedem Zuschauer von Anfang an klar sein. Geschichten in denen ein dicklicher aber sympathischer Außenseiter zum großen Helden wird, gab es ebenfalls schon zu Hauf. Originelle Gags kann man mit der Lupe suchen, alles war in irgendeiner Form schon einmal dagewesen. In erster Linie konzentriert sich der Film auf Slapstick und erhofft dadurch die Lacher zu erzielen. Das klingt bisher alles extrem negativ, aber die große Überraschung ist, dass der Film trotzdem auf seine Weise wunderbar funktioniert. Die Handlung ist wohltuend simpel und einfach gestrickt. Und der Hauptgrund diesem Film eine Chance zu geben, ist natürlich der grandiose Hauptdarsteller.

Kevin James (der auch am Drehbuch mitwirkte) trägt den Film ganz alleine. Mit seiner unbeholfenen Art hat er stets die Sympathien der Zuschauer auf seiner Seite. Während andere Darsteller mit dieser Art von Humor nur müdes Lächeln hervorbringen würden, lachen sich die Zuschauer dank James vollem Körpereinsatz zu Tode. Vor allem „King of Queens“-Fans werden ihre wahre Freude an dem Film haben, denn im Prinzip spielt Kevin James ein weiteres Mal Doug Heffernan, den dusseligen Lieferfahrer, der scheinbar diesmal nur seinen Job gewechselt hat. Man darf sich auf Cameo-Auftritte alter Weggefährten freuen, wie Kevins Bruder Gary Valentine (mit einer herrlichen Karaoke-Nummer) und seiner Ehefrau Steffiana De La Cruz. So ganz unerwähnt lassen darf man die Nebendarsteller aber auch nicht, die natürlich die große Show dem Hauptdarsteller überlassen, aber in ihren Rollen zumindestens grundsolide Leistungen absolvieren. Der Einzige, der noch heraussticht, ist Adhir Kalyan in seinen kurzen aber wahnsinnig lustigen Szenen als durchgeknallter Inder. Leider räumt der Film der „Stirb Langsam“-Variante am Ende zu viel Raum ein und Paul Blarts Verwandlung vom Außenseiter zur coolen Sau, hätte man auch ein wenig subtiler angehen können. Trotzdem ist es mal schön einen bodenständigen und einfachen Film zu sehen, bei der man sich trotz aller negativen Aspekte einfach nur amüsieren kann. Zuschauer, die mit Kevin James nichts anfangen können, brauchen sich den Film natürlich gar nicht erst anzusehen – aber gibt es die überhaupt?

Übrigens: So ganz ohne die Hilfe alter Freunde hat es Kevin James dann noch nicht geschafft, denn produziert hat die Komödie niemand Geringeres als Adam Sandler.

(Sebastian Wotschke)

 

FAZIT: Ein unkreativer Plot, vorhersehbare Gags und jede Menge Slapstick. Normalerweise würde so ein Film schnell in der Versenkung verschwinden, wäre da nicht ein Mann, der es schafft aus so etwas noch richtig gute Unterhaltung zu machen: Kevin James. Der sympathische Dicke aus „King of Queens“ ist Grund genug, dem Film doch noch eine Chance zu geben. Kein Hit, aber die geeignete Wahl für einen gemütlichen Filmabend.

 Diese Kritik erschien zuerst auf celluloid-dreams.de
 Fotos: Copyright ©
Sony Pictures


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