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CHAOSTAGE - WE ARE PUNKS!
Chaostage - We are Punks! (2009)

Herstellungsland: Deutschland
Genre:
Trash/Dokumentation
Laufzeit:
91 Minuten
FSK:
Keine Jugendfreigabe
Verleih: Sunfilm/Tiberius Film
Kinostart (D): 09.04.2009
Kinostart (USA):
-
Blu-ray Verkauf (D):
-
DVD Verkauf (D):
30.09.2009

Regie: Tarek Ehlail
Drehbuch:
Tarek Ehlail, Moses Arndt (Buchvorlage)
Kamera: Marc André Misman

Darsteller: Christoph Letkowski, Ulrich Fassnacht, Henriette Müller, Christian Beuter, Claude-Oliver Rudolph, Stipe Erceg, Martin Semmelrogge, Ralf Richter, Helge Schneider, Ben Becker, Karl Nagel, Tobias Scheisse, Tommy Molotow ...
Originalmusik: Alec Empire

 
 
 

Mitch (Christoph Letkowski) hat endgültig genug von seinem langweiligen Dasein und plant ein für allemal den verhassten Bullen eins auszuwischen. Sein Kumpel Didi (Ulrich Fassnacht) hingegen wurde nach Strich und Faden von seiner Freundin betrogen und will seinem Leben ein Ende setzen. Währenddessen hat Nazi Anita (Henriette Müller) die Schnauze voll von ihrem Freund Eddie (Christian Beuter) und der Skinheadbewegung. Noch ahnt keiner, dass sich ihre Wege am Ende kreuzen werden, um eine lange aufgestaute Wut der örtlichen Punks zu entfachen ...

 
     
 

KRITIK: „Chaostage – We are Punks“ ist ein trashiger Partyfilm, der bei seiner Kinoauswertung seitens der Kritiker völlig durchfiel. Filmische Qualitäten lässt der Streifen tatsächlich vermissen, macht mit einer gewissen Sympathie oder sogar Zugehörigkeit zur Punkbewegung dennoch Spaß. Dass der Regisseur empfiehlt sich den Film ab 3 Promille anzuschauen, muss man aber nicht nur als einfache Empfehlung, sondern auf Grund des teilweise amateurhaften Niveaus fast schon als Pflicht ansehen. Aber es ist nun mal ein Film von Punks für Punks und daher wäre alles andere auch völlig unauthentisch.

Basierend auf den gleichnamigen Roman von Moses Arndt, erzählt uns Regisseur und Drehbuchautor Tarek Ehlail eine mögliche, absichtlich sehr absurde Möglichkeit, wie es zu den Chaostagen gekommen sein könnte. Durchzogen wird der Film immer wieder von Interviewpassagen über die wahren Erlebnisse, u.a. von „Die Kassierer“-Frontmann Wolfgang Wendland, „Abstürzende Brieftauben“-Sänger Mikro Bogumil, Dirk Jora von „Slime“ oder auch Schauspieler Ben Becker („Ein ganz gewöhnlicher Jude“, „Die rote Zora“). Herrlich abgedreht sind vor allem die Aussagen von Karl Nagel, bei dem es mit Abstand am meisten Spaß macht zuzuhören.

Die Spielfilmszenen hingegen werden auf Dauer im nüchternen Zustand (um nochmal auf Tarek Ehlails Empfehlung zurückzukommen) zur wahren Geduldsprobe. Egal ob Ton, Kameraführung oder das Schauspiel des zum größten Teil aus Laiendarstellern bestehenden Casts, alles befindet sich auf absolut amateurhaften Niveau. Das dies ist im Hinblick auf die Punk-Attitüde durchaus gewollt erscheint und auch irgendwie passend ist, darf man gleichzeitig aber auch nicht vergessen. Inhaltlich erscheint der Film zum größten Teil sinnlos und ein richtiges Konzept kann man zum Ende hin auch nur mit Wohlwollen erkennen. Überwiegend will der Film mit teils ekligen Sex- und Gewaltszenen provozieren, was aber auch nur bei konservativeren Gesellen funktionieren dürfte, die sich den Film ohnehin nicht anschauen werden. Ein absolutes Pluspunkt ist der punkige Soundtrack, der zum mitpogen vor dem Fernseher einlädt, und der schnelle Schnitt, der bei so einem Film ausnahmsweise mal nicht nervt. Zudem kann der Film mit einigen bekannten Darstellern aufwarten. Während die Gastauftritte von Rolf Zacher („Lulu & Jimi“, „Christoph Schlingensief – Die Piloten“) und Ralf Richter („Goldene Zeiten“, „Was nicht passt, wird passend gemacht“) eher humorlos daherkommen, ist die Idee Claude-Oliver Rudolph („Kopf oder Zahl“, „Die Welt ist nicht genug“) und Martin Semmelrogge („Neues vom Wixxer“, „Das Boot“) in Polizeiuniformen zu stecken fast schon kongenial. Auch Helge Schneiders („Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“, „Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm“) Äußerungen über die Punks sorgen für einige Lacher.

Die DVD-Umsetzung kann sich sehen lassen und bietet ca. 120 Minuten an Extras. Sowohl Ausschnitte aus Fernsehsendungen, die über den Film berichtet haben, gibt es zu sehen, als auch eine umfangreiche Bildergalerie. Ein Making-Of darf natürlich ebenfalls nicht fehlen, welches in drei Teile unterteilt wurde. Wem die Interviews gefallen haben, aber keine Lust hat sich die Spielfilmszenen noch einmal anzutun, bekommt erweiterte Gespräche mit allen Beteiligten geboten. Der Ton liegt in Dolby Digital 2.0 vor, das Bildformat ist in 16:9 HDV Superwidescreen Letterbox, und man hat die Möglichkeit sich den Film mit englischen Untertiteln anzusehen.

(Sebastian Wotschke)

 

FAZIT: Punks oder solche, bei denen zumindestens eine gewisse Affinität zur Bewegung vorhanden ist, die genügend Alkohol in der Nähe und sowieso gerade nichts sinnvolles zu tun haben, können diesem trashigen Streifen durchaus eine Chance geben. Alle anderen sollten lieber einen großen Bogen darum machen.


 Fotos: Copyright © Sunfilm/Tiberius Film


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