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ABSURDISTAN
Absurdistan (2008)

Herstellungsland: Deutschland
Genre:
Komödie
Laufzeit:
87 Minuten
FSK:
ab 12 Jahren
Verleih: Farbfilm
Kinostart (D): 20.03.2008
Kinostart (USA):
-
Blu-ray Verkauf (D):
-
DVD Verkauf (D):
26.03.2009

Regie: Veit Helmer
Drehbuch:
Veit Helmer, Zaza Buadze, Gordan Mihic
Kamera: Giorgi Beridze

Darsteller: Maximilian Mauff, Kristýna Malérová, Nino Chkheidze, Dace Bonate, Suzanna Petricevic, Hendrick Arnst, Otto Kuhnle ...
Musik: Shigeru Umebayashi

   
 
 

In einem abgeschiedenen Dorf, der auf keiner Karte zu finden ist, leben die Jugendlichen Aya und Temelko, die schon seit ihrer Kindheit ineinander verliebt sind. Nach altem Brauch, wird der Termin ihrer ersten Liebesnacht, die von einem gemeinsamen Bad eingeleitet wird, von den Sternen bestimmt. Als dieser Zeitpunkt immer näher rückt, versiegt der Brunnen des alten Dorfes. Die männlichen Dorfbewohner zeigen kein Interesse daran, den Schaden zu beheben, worauf die Ehefrauen in einen Sex-Streik treten, dem auch Aya beitritt. Temelko legt nun alles daran, dass das Dorf wieder mit Wasser versorgt wird, bevor der Termin ihrer Liebesnacht vorbei ist ...

 
     
 

KRITIK: „Die Legende besagt, als Gott die Erde aufteilte, kamen die Abgesandten meines Dorfes so spät, als bereits alles Land vergeben war. Da meine Vorfahren aber so fröhlichen Gemüts waren, schenkte Gott ihnen den Landstrich, den er für sich reserviert hatte und zog in den Himmel.“ Mit gefühlvoller Musik unterlegt, beginnt der Film „Absurdistan“ mit diesen Worten und lässt auf einen märchenhaften Fanstasie-Film deuten. Doch weit gefehlt, denn die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben, also holte sich Veit Helmer den Stoff für seinen neuesten Film aus einer Tageszeitung. Diese berichtete über Frauen eines türkischen Dorfes, welche in einen Sex-Streik gingen, solange ihre Männer nicht das örtliche Wasserrohr reparierten. Das klingt doch nach einer guten Geschichte, dachte sich der Regisseur und damit hatte er nicht Unrecht. Doch eine gute Idee, macht noch lange keinen guten Film!

Veit Helmer verlegt das Geschehen von der Türkei in ein fiktives Dorf ohne Namen. Ein Ort, an dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Das Ganze schmückt er zunächst aus mit einer Geschichte über die Entstehung des Dorfes und die Gepflogenheiten der Bewohner. Schon in dieser viel zu langen Einleitung, wird kaum gesprochen und das soll sich auch über die gesamte Spieldauer nicht ändern. Das Geschehen wird durch die Voice-Over-Kommentare der beiden Hauptprotagonisten Temelko und Aya erzählt. Ansonsten versucht man die Gefühle durch Gestik und Mimik zu verdeutlichen. Das klappt zunächst besser als erwartet, ermüdet aber auf die Dauer. Überhaupt erfährt man über die Menschen selbst recht wenig. Bis auf Temelko und Aya sind die Dorfbewohner völlig austauschbare Typen. Schauspielerisch ragt auch keiner der Darsteller heraus, aber Gelegenheiten um sein Können unter Beweis zu stellen, gibt das Drehbuch auch kaum her.

Das Wichtigste bei so einer skurrilen Geschichte ist selbstverständlich der Humor, doch auch da kann der Film nur bedingt überzeugen. Einige Einfälle sind wirklich zum brüllen, so beispielsweise die Sequenz, in der die Männer sich die verrücktesten Alternativen einfallen lassen, um ohne Wasser auskommen. Allerdings sind diese gelungenen Ideen, eher rar gesät. Meistens versucht man sich durch slapstickartigen Humor über Wasser zu halten, doch dieser erweist sich als ziemlich belanglos. Zudem wird die Geschichte von Veit Helmer noch durch fantastische Auswüchse ergänzt, wie z.B. die erste gemeinsame Nacht der beiden jugendlichen Hauptdarsteller, welche durch eine Sternenkonstellation bestimmt wird und mit einem gemeinsamen Bad beginnt (sehr einfallsreich, um irgendwie eine Verbindung zu dem versiegten Brunnen zu bekommen). Diese Ergänzungen sind aber meistens nicht einfach nur absurd, sondern eher lächerlich. Überhaupt hat der Film einfach zu viele Längen, wodurch es zum Ende hin schwer fällt am Ball zu bleiben. Ist die Inszenierung insgesamt zwar kunstvoll und ideenreich, wird das einfach viel zu wenig genutzt. Der Film bietet zwar manche schönen Szenen, die wirklich wunderbar umgesetzt wurden (Wasserfontäne), doch meistens herrscht Langeweile. Das Einzige was richtig überzeugt, ist der beeindruckende Soundtrack, der den Film wunderbar mit märchenhafter Musik untermalt. Zu wenig für einen guten Film.

(Sebastian Wotschke)

 

FAZIT: „Absurdistan“ präsentiert uns eine Geschichte, die für allerlei komische und bizarre Momente hätte sorgen können. Leider überwiegen altbackene Witze und unnötige Längen. Schade um das verschenkte Potenzial.

 Diese Kritik erschien zuerst auf celluloid-dreams.de
 Fotos: Copyright © Farbfilm


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