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KRITIK: Hollywood liebt es, eine gute Idee immer und immer wieder mit leichten Änderungen (wenn überhaupt) zu verwursten. In diesem Fall ist es die Body-Switch-Komödie. Das gab es schon früher bei „Big“ oder „Wie der Vater, so der Sohn“, oder erst vor einigen Jahren in „Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag“ und „30 über Nacht“. War es bei letztgenanntem noch ein Kind, welches mit seinem Leben unzufrieden war und sich prompt in einen Erwachsenen verwandelte, ist es diesmal ein Mitdreißiger, der sich krampfhaft an seine Vergangenheit klammert. Als sich sein Wunsch, eine zweite Chance zu bekommen, schließlich erfüllt und er sich in einen Teenager zurückverwandelt, sind natürlich einige Probleme vorprogrammiert. Trotzdem meistert er die Situationen, lernt fürs Leben und alles steuert auf ein Happy-End zu. „17 Again“ bietet so viele Überraschungen wie ein leerer Pappkarton. Völlig abschreiben braucht man den Film dennoch nicht, denn dank einiger witziger Einfälle und den größtenteils überzeugenden Darstellern, bietet der Film immerhin kurzweilige Unterhaltung.
Teenieschwarm Zac Efron beweist, dass ihm nicht nur Musicals liegen. Großartig gefordert wird er zwar nicht, schließlich spielt er wie im richtigen Leben einen von Mädchen umgarnten Alleskönner, aber er beweist auch ein gewisses Talent für das Komische und auch schwierigere Situationen, bei denen er sich ganz wie ein Dreißigjähriger benehmen muss, funktionieren wunderbar. Er ist der Star des Films und das macht auch gleichzeitig deutlich, auf welches Zielpublikum man es abgesehen hat. Man sollte also auf kreischende „High School Musical“- Fans gefasst sein, wenn man das Kino besucht. Doch gibt es einen Darsteller, der ihm (gerade im Hinblick auf ein älteres Publikum) die Schau stiehlt: Thomas Lennon. Als „Star Wars“- und „Herr der Ringe“-Freak hat er die Lacher auf seiner Seite. Egal ob er sich in die hässlichsten Klamotten schmeißt, um seine Angebetete zu erobern, oder aberwitzige Lichtschwertduelle meistert, es macht einfach Spaß ihm zu zusehen und man merkt Lennon auch jeder Zeit an, dass er richtig Freude dabei hat, diese Rolle zu verkörpern. Nur Matthew Perry kann da noch mithalten, der routiniert den gewohnt liebenswerten Versager spielt. Leider ist sein Auftritt viel zu kurz geraten, da hätte man gerne mehr gesehen. Der Rest des Casts, wie beispielsweise Leslie Mann als verärgerte Ehefrau oder Kinderstar Michelle Trachtenberg in der Rolle der zickigen Tochter, spielen grundsolide, können aber keine weiteren Akzente setzen.
Auch wenn Matthew Perry und Zac Efron jeweils in ihren Parts gut agieren, ist es über die gesamte Spieldauer schwer vorstellbar, dass die Beiden ein und dieselbe Person verkörpern sollen. Äußerlich ähneln sie sich wie Tag und Nacht und nach der Verwandlung glaubt man zu keiner Zeit, dass man nun dem Versager zuschaut, der noch vor ein paar Spielminuten als Mitdreißiger seinen Job verloren hat. Da hätte man mindestens eine Rolle anders besetzen müssen.
Obwohl es eigentlich darum geht, dass ein Erwachsener im Körper eines Teenager steckt, vergisst man diesen Ausgangspunkt desöfteren, denn in erster Linie ist der Film eine typisch amerikanische High-School-Komödie. Da gibt es die Sportler, die Außenseiter, eine strenge Direktorin und jede Menge anderer Klischees. Das hat genauso schon in den 80er Jahren funktioniert und das wird es auch in Zukunft noch, da unterscheiden sich einzig und allein die Mode und die Technik, wie in diesem Fall die leicht sozialkritische Handy-Szene. Für Erwachsene bietet der Film daher recht wenig, da können (wie bereits erwähnt) nur Thomas Lennon und Matthew Perry noch etwas retten.
(Sebastian Wotschke)
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